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Der NWV - weiße Segel am Süderhafen

wie alles begann - etwas Vereinsgeschichte

„Wind NW 5/6, unangenehme See, alles nass und salzig, aber die „58“ endlich in Sicht!“ So oder ähnlich lautet mancher Eintrag in das Logbuch, wenn Mitglieder des Nordstrander Wassersportvereins nach einem Törn vor der Einfahrt des Süderhafens stehen und die Maschine drosseln oder die Segel herunternehmen, um den Liegeplatz im Schutz des Deiches anzulaufen. Die Zahl „58“ ist die Kennung der Tonne vor dem Prickenweg Richtung Silo. Und diese Kennzeichnung ist mehr als eine Ziffernfolge. Sie hat nach einer Tagestour oder einem längeren Urlaubstörn auch etwas Tröstliches, sie klingt nach Heimat und Hafen. Und genau das ist die Wassersportanlage unter dem Silo am Süderhafen für die Mitglieder des NWV ( sprich: ENNWEEVAU ).

Nordstrand hat viele traditionsreiche und aktive Vereine. Einer der jüngsten darunter ist der Nordstrander Wassersportverein. Segeln und „Motorbooten“ wurden am Süderhafen eigentlich schon immer betrieben, aber das ging in den fünfziger und sechziger Jahren des vorigen Jahrhunderts eher beschaulich zu. Erst als Anfang der Siebziger die Zahl der Freizeitskipper immer größer wurde und damit auch die Bootsflottille an der Kante ständig wuchs, war der Anstoß zur Gründung eines Vereins gegeben. Und so trafen sich dann 1973 etwa 30 Interessierte in der „Hafenhalle“ und hoben den NWV aus der Taufe. Heute hat der Verein 115 Mitglieder. Darunter sind auch sehr viele „vun de faste Wall“, die für ihre Freizeitgestaltung im NWV eine Mitgliedschaft gefunden haben.

Erster Vorsitzender war Günter Knechties aus Husum ( 1973 bis 1982 ), ihm folgten Erich Deusen ( 1982 - 1998 ), Peter Rieger ( 1998 - 2010 ), Rüdiger Ostermeier ( 2010 - 2015 ), Ernst-August Petersen ( 2015 - 2017 ) und Ocke Jürs ( seit 2017 ). Unter allen Vorsitzenden wurden die Anlagen des Vereins Stück für Stück erweitert.

Drei Jahre nach der Vereinsgründung entstand 1976 die Steganlage, wie sie noch heute das Bild am Süderhafen bestimmt. 60 Liegeplätze entstanden. Die Stege sind also 40 Jahre alt, nur die großen Festmacherpfähle ( Fichte ) achtern mussten 1988, also nach nur 12 Jahren, ersetzt werden. Die dann eingesetzten Lärchenpfähle werden es hoffentlich noch einige Jahr machen, wenn ihnen der Schiffsbohrwurm nicht zu sehr zusetzen sollte.

Im Jahre 1981 entstand das Vereinsheim oben auf dem Deich in der Verlängerung der Lagerhalle der RaiffeisenAG. 1989 wurde der Waschplatz für die Boote auf dem Gelände der alten Ziegelei an der Tegelisatraat in Betrieb genommen. 1993 fand an gleicher Stelle die Einweihungsfeier für die Bootshalle des Vereins statt. 2011 wurde eine Solaranlage mit Netzeinspeisung auf das Dach dieser Halle gesetzt.

Aber auch in den zurückliegenden Monaten hat der Verein sich angestrengt. Investiert wurde in eine neue Brücke mit Takelmast ( zum Setzen und Herunternehmen der Masten auf den Segelbooten ) und in die Modernisierung der Beleuchtungsanlage am Hafenkantenweg ( Sicherheit der Stromversorgung; neue sparsame Leuchtmittel ). Und all das wäre ohne den regelmäßigen „Arbeitsdienst“ der Vereinsmitglieder undenkbar. Denn Bau und Unterhalt der umfangreichen Anlagen des Vereins ist nur in der Gemeinschaft möglich.

Wir sind zwar ein Sportverein, aber bei den Olympischen Spielen oder den Segelregatten der Kieler Woche werden Sie uns vergeblich suchen. Unsere sportliche Leistung ist in erster Linie das Wasserwandern unter Segel oder Motor. Und so werden Sie den blau-roten Stander mit den drei stilisierten Segeln überall dort entdecken, wo die Nordsee schöne Ecken kennt, wo es ruhig und gemütlich zugeht und wo man noch Zeit hat für eine gute Geschichte.

Das rege Vereinsleben wird von den Jahreszeiten bestimmt. In der Saison von April bis September stehen natürlich die Frei-Luft-Veranstaltungen im Vordergrund, aber auch im Winterhalbjahr kann sich das Angebot mit Feiern und Vortragsveranstaltungen sehen lassen. Und nicht zuletzt die aktive Jugendgruppe prägt seit etlichen Jahren das Bild an der Hafenkante. Wenn dann die „Optimisten“ im Hafenpriel kreuzen und Übungsleiter und Eltern am Ufer unterstützend bereitstehen, dann weiß man, dass man sich um die Zukunft des Wassersports auf Nordstrand keine Sorge machen muss.

Unser Motto seit 40 Jahren:

Seefahrt tut not ...
Wassersport tut gut!